Kirchheim unter Teck

Praxis Dr. med.
Katherine Schweitzer

„Da sein, zuhören, gemeinsam Wege finden.“

Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Sozialpsychiatrische Ambulanz unter ärztlicher Leitung.

Wir nehmen neue Patientinnen und Patienten auf, ohne Einschränkung.

Gesetzlich und privat versichert, Selbstzahler, BKK-ADHS-Vertragspartnerin. Seit 1983 in zweiter Generation.

Am Telefon erreichbar

Mo – Mi
15:00 – 16:00 Uhr
Do
15:00 – 17:00 Uhr
Fr
10:30 – 12:00 Uhrnur Rezepte
07021 46464

Mitten in Kirchheim, im Alten Haus

Dettinger Straße 2, 73230 Kirchheim unter Teck

Wenige Parkplätze am Haus vorhanden. Weitere Parkplätze finden Sie am Roßmarkt gegenüber oder hinter dem Mega Fan Center.

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So läuft der erste Kontakt

Viele Eltern zögern lange vor dem ersten Schritt. Damit Sie wissen, was Sie erwartet:

  1. Schritt 1: Sie schreiben uns

    Über das Formular schildern Sie kurz, worum es geht, in Ruhe und unabhängig von unseren Telefonzeiten. Sie müssen nichts vorbereiten und nichts richtig formulieren.

  2. Schritt 2: Wir melden uns und senden Unterlagen

    Wir kommen auf Sie zurück und schicken Ihnen ausführliche Unterlagen zur Anamnese. So haben wir ein erstes Bild, bevor Sie das erste Mal hier sind.

  3. Schritt 3: Wir vereinbaren einen Termin

    Zum ersten Termin kommen Sie mit Ihrem Kind. Was Sie mitbringen sollten, steht weiter unten bei den Patienteninfos.

Wobei wir Familien begleiten

Wir behandeln das gesamte Spektrum kinder- und jugendpsychiatrischer Anliegen: von Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten über umschriebene Lernstörungen bis zu Ängsten und Schulverweigerung.

ADHS

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit (und ohne) Hyperaktivität. Kinder und Jugendliche mit ADHS zeigen erhebliche Konzentrationsstörungen, eine schnelle Ablenkbarkeit und Schwierigkeiten, ihre Impulse zu steuern. Häufig kommt eine motorische Unruhe hinzu.

Wie häufig ADHS ist

ADHS ist die am häufigsten diagnostizierte psychiatrische Störung im Kindes- und Jugendalter. Man geht davon aus, dass etwa 3 bis 5 Prozent eines Jahrgangs betroffen sind, mit oder ohne Hyperaktivität — viele davon noch immer ohne korrekte Diagnose und ohne angemessene Hilfe.

Betroffen sind Jungen und Mädchen, und auch Erwachsene: Das Störungsbild ist im eigentlichen Sinn nicht heilbar, aber gut behandelbar. Für die Betroffenen ist eine korrekte Diagnose der erste Schritt zur Verbesserung ihrer Situation.

Woher ADHS kommt

Nicht eine schlechte Erziehung oder ungünstige Umweltbedingungen sind für diese Störung verantwortlich, sondern eine angeborene Konstitution. Das Gehirn kann unwichtige innere und äußere Reize schlecht hemmen und ausfiltern. Daraus entstehen die bekannten Symptome wie Ablenkbarkeit und Zappeligkeit.

Es ist erwiesen, dass ADHS zumindest teilweise genetisch bedingt ist. Heute gelten ADHS und ihre Behandlung als sehr gut erforscht. Wenn Sie eines aus diesem Absatz mitnehmen: Es liegt nicht an Ihrer Erziehung.

Unaufmerksamkeit

Betroffene Kinder zeigen Flüchtigkeitsfehler bei schulischen Aufgaben, lassen sich leicht ablenken und können ihre Aufmerksamkeit nur schwer über längere Zeit aufrechterhalten.

Bei überwiegend unaufmerksamen, wenig hyperaktiven „Träumern" wird das Verhalten oft erst spät als Störung erkannt. Hier dominieren Schulprobleme und Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen. Wenn Ihr Kind ständig unkonzentriert wirkt und häufig in Tagträumen versinkt, lohnt sich die Abklärung, ob dahinter eine echte Aufmerksamkeitsstörung steckt.

  • Häufige Flüchtigkeitsfehler in Schulaufgaben
  • Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit über längere Zeit aufrechtzuerhalten
  • Wirkt häufig, als würde es nicht zuhören
  • Verliert Gegenstände, die für die Aufgaben benötigt werden
  • Wird leicht durch äußere Reize abgelenkt

Hyperaktivität und Impulsivität

Daneben zeigen viele Kinder eine ausgeprägte motorische Unruhe und Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren.

  • Ständige Unruhe, Zappeln mit Händen und Füßen
  • Unfähigkeit, ruhig sitzen zu bleiben
  • Schwierigkeiten beim ruhigen Spielen
  • Übermäßiges Reden, Unterbrechen anderer
  • Antwortet, bevor Fragen zu Ende gestellt sind

Wann wir von einer Störung sprechen

Die Symptome müssen ausgeprägt sein, die Entwicklung nachhaltig behindern, über mindestens sechs Monate anhalten und in unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten — in Kindergarten oder Schule, in der Freizeit und zu Hause. Einzelne unruhige Phasen sind noch keine ADHS.

Bei Mädchen und bei überdurchschnittlich intelligenten Kindern zeigen sich die Symptome oft erst später, weil sie lange kompensiert werden. Deshalb wird bei ihnen häufig zu spät hingesehen.

Was eine unbehandelte ADHS bewirkt

Die Schwierigkeiten zeigen sich meist schon im Kleinkindalter und führen im Grundschulalter zu massiven Problemen bei der sozialen und schulischen Anpassung. Bleibt eine ADHS unbehandelt, entsteht Problemverhalten in Schule, Familie und Freizeit.

Sie kann zu Lernstörungen führen, in einigen Fällen zu delinquentem Verhalten, später auch zu Suchterkrankungen, Depressionen, Angststörungen und anhaltenden Beziehungs- und Verhaltensproblemen. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, nicht länger zu warten.

Andere Ursachen ausschließen

Nicht hinter jeder Konzentrationsstörung steckt eine ADHS. Auch andere Entwicklungsstörungen und Erkrankungen gehen mit Unaufmerksamkeit und Unruhe einher.

Eine ärztliche Untersuchung muss deshalb andere Ursachen ausschließen, etwa eine Epilepsie oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Dazu kommt eine neuropsychologische Untersuchung, denn Aufmerksamkeitsstörungen sind ein häufiges Symptom ganz verschiedener Hirnfunktionsstörungen.

Was können Eltern tun?

Eltern können viel zur Stabilisierung beitragen: klare Tagesstrukturen, überschaubare Aufgaben und konsequente, aber wohlwollende Begleitung sind hilfreich. Wichtig ist, das Selbstwertgefühl des Kindes zu schützen und gemeinsam mit der Schule an Lösungen zu arbeiten.

Genauso wichtig: eigene Schuldgefühle abbauen. Ihr Kind verhält sich nicht aus Trotz oder zum Spaß so, es leidet selbst darunter. Nehmen Sie es an, wie es ist, und heben Sie seine starken Seiten hervor. Beziehen Sie die näheren Bezugspersonen — Großeltern, Betreuung, Verein — in die Absprachen ein und erklären Sie ihnen, warum klare Strukturen für Ihr Kind so wichtig sind.

Die Stärken sehen

Kinder mit ADHS sind häufig reizoffen und begeisterungsfähig, kontaktfreudig, hilfsbereit und sozial engagiert, oft naturverbunden und tierlieb, mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ideenreich und kreativ, nicht selten künstlerisch begabt.

Besondere Begabungen früh zu erkennen und zu fördern, ist Teil der Behandlung: Es steigert das Selbstwertgefühl und trägt durch schwierige Phasen.

Behandlungskonzept

Die Therapie ist multimodal aufgebaut und wird individuell auf das Kind und seine Familie zugeschnitten.

  • Eltern- und Familienberatung
  • Psychotherapie / Verhaltenstherapie
  • Schulische Beratung und Vernetzung
  • Sozialpädagogische Maßnahmen
  • Bei Bedarf medikamentöse Behandlung

Medikamente

Zum Aufgabengebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie gehört, falls notwendig, auch der Einsatz von Medikamenten. Bei Kindern gehen wir dabei sehr differenziert und behutsam vor. Wir schlagen eine medikamentöse Behandlung nur vor, wenn sie wirklich nötig ist.

Kinder und Jugendliche, die Medikamente erhalten, überwachen wir sorgfältig und beziehen die Eltern in diese Überwachung ein.

BKK-ADHS Vertrag

Wir sind im Qualitätszirkel für ADHS beratend tätig und nehmen am BKK-ADHS-Vertrag teil. In einem ADHS-Kompetenz-Team der BKK arbeiten wir mit Kinderärzten und Kinderpsychotherapeuten zusammen.

Bei Sorgen melden Sie sich gerne über das Formular oder telefonisch unter 07021 46464.

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Schulangst

Eine mittlere Aufgeregtheit vor Prüfungen ist normal und sogar leistungsförderlich. Problematisch wird es, wenn Ängste das Handeln blockieren. Dann entsteht eine lähmende Angst, die in Teufelskreise mündet: Die Angst führt zu Vermeidung – und das Vermeiden verhindert, dass das Kind die Angst überwinden lernt.

Wie zeigt sich Angst?

Angst zeigt sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig: im Verhalten, im Denken und im Körper.

Verhalten

  • Rückzug, Vermeidung von Situationen
  • Erstarrung, „dichtmachen"
  • Manchmal auch aggressive Abwehr

Denken

  • „Ich schaffe es nicht!"
  • „Bei mir klappt nichts!"
  • Die Angst blockiert Konzentration und klare Gedanken

Körperliche Reaktionen

  • Schnellere Atmung, Herzklopfen, erhöhter Blutdruck
  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Harndrang
  • Schweißausbrüche, Schwindel, Muskelanspannung

Typische Auslöser im Schulalltag

  • Im Umgang mit anderen Kindern: Akzeptanz, Mobbing, Wettbewerb
  • Im Umgang mit Lehrpersonen: Autorität, Kritik, Bewertung
  • Im Leistungsbereich: Versagensangst, Prüfungsangst, Angst vor Auftritten

Prüfungsangst — wann sie normal ist

Fast jeder Erwachsene erinnert sich an das Gefühl vor einer Klassenarbeit. In gewissem Umfang gehört das dazu und steigert sogar die Leistung. Zur Störung wird es, wenn die Angst zur quälenden Dauerbegleitung wird — und manchmal zum Grund für das Scheitern in der Schule.

Schulphobie

Eine besonders schwere Form ist die Schulphobie, eine panikartige Angstreaktion mit hartnäckiger Schulverweigerung. Sie beginnt meist schleichend, mit morgendlichem Trödeln und diffusen Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen.

Hier gilt: Eltern und Schule sollten schnell eine Kinder- und Jugendpsychiaterin einschalten. Mit jedem Tag, den ein Kind zu Hause verbringt, sinkt die Chance auf eine gute Lösung.

Wenn eine Lernstörung dahintersteckt

Besondere Angstmacher sind unerkannte Entwicklungsstörungen: eine Aufmerksamkeitsstörung, oft verbunden mit Hyperaktivität, oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Das Kind spürt, dass etwas nicht gelingt, kann es aber nicht einordnen.

Wird die zugrunde liegende Störung nicht erkannt, verstärken Eltern die Angst oft unbeabsichtigt durch Üben und Druck. Deshalb gehört zur Abklärung einer Schulangst immer die Frage, ob eine Lernstörung dahintersteht.

Was können Eltern tun?

Zwei Wege führen aus der Angst, und beide werden gebraucht. Der praktische Weg verändert die Situation: Gespräche mit der Schule, Fördermaßnahmen, gegebenenfalls die passendere Schulform. Der psychologische Weg lehrt das Kind, mit Angst umzugehen. Der praktische Weg allein hilft nur begrenzt — das Kind lernt sonst, dass immer die Eltern das Problem beseitigen.

Prüfen Sie dabei auch die eigenen Ängste, gerade in Bezug auf die Schullaufbahn Ihres Kindes. Kinder übernehmen, was sie an uns sehen.

  • Zuhören: Signale wahrnehmen, sich die Angst schildern lassen — Sie brauchen noch keine Lösung
  • Verständnis zeigen, ohne zu katastrophisieren
  • Ermutigen: davon erzählen, dass Sie Ähnliches erlebt und bewältigt haben
  • Zutrauen: davon sprechen, dass es Probleme gibt und dass man sie lösen kann
  • Lösungen entwickeln lassen: „Was kannst du tun? Was kannst du anders tun?"
  • Geschichten lesen, in denen jemand eine Angst überwindet
  • Geduld haben — mit dem Kind und mit sich selbst

Bei Sorgen melden Sie sich gerne über das Formular oder telefonisch unter 07021 46464.

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Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

Schulverweigerung beginnt selten plötzlich. Sie entsteht meist aus einer längeren Schulunlust, einer inneren Distanz zur Schule, die sich zur Schulmüdigkeit und schließlich zur aktiven Verweigerung verfestigt. „Schulphobien sind oft der Anfang einer langen Karriere anderer Phobien."

Wie es anfängt

In der Mehrzahl der Fälle rutschen Kinder hinein: von Schulunlust über passive Formen des inneren Ausklinkens zur Schulmüdigkeit, dann Stören und punktuelles Schwänzen, schließlich verfestigte Ablehnung. Der Beginn sind oft häufige Entschuldigungen wegen Bauch- oder Kopfweh.

Kränkende Disziplinierungen oder Mobbing durch Klassenkameraden sind ebenso häufig beteiligt. Genau deshalb lohnt es sich, früh hinzusehen: Am Anfang der Kette stehen meist noch lösbare Konflikte.

Drei Stadien

  • Auffällige: Motivationsverlust, einzelne Fehlstunden
  • Gefährdete: innerlich schon aufgegeben, teilweise nicht mehr in der Schule
  • Abgekoppelte: außerschulische Maßstäbe gelten, das Selbstbild bewegt sich auf Nicht-Schüler-Sein zu

Formen

  • Aktionistische Schulverweigerung: offen, oft mit Stören oder Schwänzen
  • Vermeidende Schulverweigerung: still, mit Rückzug, körperlichen Beschwerden
  • Schulunlust / „innere Emigration": körperlich anwesend, aber abgeschaltet

Was hinter dem Stören steckt

Unterrichtsstörungen sind selten grundlos. Meist tragen sie eine Botschaft, die das Kind selbst nicht formulieren kann:

  • Der Unterricht ist langweilig
  • Ich möchte beachtet, anerkannt, gemocht werden
  • Mal sehen, wie weit ich gehen kann
  • Ich fühle mich unter- oder überfordert
  • Ich will dazugehören und meinen Mitschülern etwas bieten
  • Ich räche mich für ungerechte Behandlung
  • Ich kann nicht aufpassen, bis ich mit der Welt draußen klarkomme

Ausprägungen im Grundschulbereich

  • Häufiges Fehlen wegen unspezifischer Beschwerden (Bauch-, Kopfschmerzen)
  • Verspätungen, morgendliches Trödeln
  • Passivität im Unterricht, soziale Isolation
  • Schulische Misserfolge

Ausprägungen in der weiterführenden Schule

  • Schwänzen, gefälschte Entschuldigungen
  • Rückzug, depressive Verstimmung
  • Demoralisierung, Resignation
  • Verstärkung durch Peer-Gruppen außerhalb der Schule

Hintergründe und Bedingungen

  • Demoralisierende Schullaufbahn mit wiederholten Misserfolgen
  • Diskrepanz zwischen Lebenssituation und schulischen Anforderungen
  • Familiäre Verhältnisse und Tagesstruktur
  • Ablösungskrisen, Konflikte mit Eltern
  • Verkettung von anfangs lösbaren Konflikten

Was Eltern und Schulen tun können

Wichtig ist, frühe Signale zu erkennen und ernst zu nehmen, bevor sich die Vermeidung verfestigt. Wenn der Gesprächsfaden zwischen Kind, Eltern und Schule reißt: Hilfe holen. Eine zentrale Rolle in der Therapie kommt der Kinder- und Jugendpsychiaterin zu — gemeinsam mit Schule und Familie.

Bei Sorgen melden Sie sich gerne über das Formular oder telefonisch unter 07021 46464.

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Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörung

Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen sind umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten. Sie betreffen ein klar abgrenzbares Können, nämlich Lesen, Rechtschreibung oder Rechnen, und sind nicht durch mangelnde Intelligenz oder fehlende Beschulung erklärbar.

Lesestörung

Im Vordergrund steht eine Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten. Häufig ist die Rechtschreibung mitbetroffen.

  • Auslassen, Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen von Worten
  • Niedrige Lesegeschwindigkeit
  • Vertauschen von Wörtern im Satz oder Buchstaben im Wort
  • Schwierigkeiten beim sinnentnehmenden Lesen

Isolierte Rechtschreibstörung

Eine Entwicklungsstörung der Rechtschreibfertigkeit, ohne dass eine umschriebene Lesestörung nachweisbar ist.

Die Fehler treten vor allem beim Diktat und beim freien Schreiben auf, während das Abschreiben weitgehend fehlerlos gelingen kann. Schwerer betroffene Kinder sind meist nicht in der Lage, ihre Fehler selbst zu erkennen und zu korrigieren.

Warum es oft spät auffällt

Kinder, die leicht auswendig lernen, und Kinder mit höherer Intelligenz gleichen eine Lese-Rechtschreibstörung eine Weile aus. Sie fallen erst in der dritten Klasse auf — oder erst nach dem Wechsel auf die weiterführende Schule, wenn die Stoffmenge das Kompensieren unmöglich macht.

Erste Hinweise gibt es dagegen früh: Schwierigkeiten, das Alphabet aufzusagen, Buchstaben korrekt zu benennen oder einfache Reime zu bilden, zeigen sich schon im Vorschulalter.

Rechenstörung

Die Beeinträchtigung der Rechenfertigkeiten umfasst Schwächen in den Grundrechenarten und im Verständnis grundlegender Konzepte.

  • Schwierigkeiten mit Rechenoperationen und den zugrunde liegenden Konzepten
  • Sprachliche Zahlenverarbeitung: Erwerb der Zahlwortsequenz
  • Erwerb des Zehnersystems und seiner Regeln

Befunderhebung

Die Diagnostik erfolgt im Gespräch mit dem Kind, seinen Eltern und, wenn möglich, der Deutsch- bzw. Mathematiklehrkraft. Erfragt werden Noten, Art und Häufigkeit der Fehler, Diskrepanzen zwischen Fächern.

  • Art, Qualität und Kontinuität des bisherigen Unterrichts, dazu bereits erfolgte Fördermaßnahmen
  • Häufigkeit von Klassen- und Schulwechseln
  • Bisherige außerschulische Therapien
  • Unterstützung in der Schule: Förderkurse, Rücksicht bei der Notengebung
  • Häusliche Situation: Hausaufgabenhilfe, erreichbare Übungsangebote vor Ort

Was zuerst ausgeschlossen wird

Bevor eine umschriebene Lernstörung feststeht, müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden — eine neurologische Erkrankung, eine Seh- oder Hörstörung, oder ein erworbenes Lese- und Rechtschreibversagen nach einer Hirnschädigung.

Ebenso wird geprüft, ob überhaupt ausreichend und kontinuierlich unterrichtet wurde. Eine Lernstörung ist eine Diagnose des Ausschlusses, nicht der ersten Vermutung.

Begleitstörungen

Häufig treten begleitend Aufmerksamkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten oder emotionale Belastungen auf. Diese mitzudenken ist Teil der Behandlung.

Therapie

  • Ambulante Therapie, wenn innerschulische Förderung ausgeschöpft ist
  • Funktionelle Behandlung des Lesens, Rechtschreibens oder Rechnens
  • Psychische Unterstützung: Selbstwertschutz, Umgang mit Misserfolg
  • Bei schwerer Begleitsymptomatik teilstationäre oder stationäre Behandlung

Nachteilsausgleich in der Schule

Spezifische schulische Förderung sollte so früh wie möglich einsetzen: Förderkurse und, wo angezeigt, die Berücksichtigung der Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche bei der Benotung — etwa keine Abwertung einer Aufsatzleistung wegen der Rechtschreibung.

Grundlage dafür sind die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz und die Richtlinien des Landes zur Förderung von Kindern mit Entwicklungsstörungen des Lesens und Rechtschreibens. Wir unterstützen Sie dabei, das gegenüber der Schule geltend zu machen.

Was können Eltern tun?

  • Erklärung der Diagnose: das Kind ist nicht „dumm" oder „faul"
  • Erziehungsberatung, besonders zur Hausaufgabensituation
  • Kooperation mit Schule und Therapeuten
  • Bestrafung für schulisches Versagen vermeiden

Bei Sorgen melden Sie sich gerne über das Formular oder telefonisch unter 07021 46464.

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Häufige Anliegen

  • Entwicklungsstörungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • ADHS und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Depressionen und Ängste
  • Autismus-Spektrum-Störungen
  • Essstörungen
  • Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen
  • Schulverweigerung und Schulangst
  • Andere Sorgen im Kindes- und Jugendalter

Weitere Angebote

  • Beratungsgespräche
  • Frühförderung
  • Psychoedukation
  • Verhaltensorientierte Interventionen
  • Begutachtung
  • Testdiagnostik
  • Beratung zur Beschulung
  • Informationen zu Krankheitsbildern
  • Krisenintervention
  • Steuerung therapeutischer Interventionen
  • Entwicklungsbegleitung
  • Sozialtraining und Verhaltenstherapie
  • Beziehungsdiagnostik
  • Pharmakologische Behandlung
  • Kurz- und Langzeittherapien

Ein Team, keine Einzelpraxis

Wir sind als Sozialpsychiatrische Ambulanz unter ärztlicher Leitung anerkannt. Das heißt: An Ihrem Kind arbeitet nicht eine Ärztin allein, sondern mehrere Berufsgruppen gemeinsam.

Dr. med. Katherine Schweitzer

Dr. med. Katherine Schweitzer

Fachärztin für Neurologie, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Die Praxis besteht seit 1983, gegründet von Dr. med. Christa Schweitzer. Das sind 43 Jahre durchgehende Arbeit mit Familien in Kirchheim, heute in zweiter Generation.

Berufsgruppen unter einem Dach

  • Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Diplom-Sozialpädagoginnen
  • Heilpädagoginnen
  • Erzieherinnen und Kindheitspädagoginnen
  • Systemische Beraterinnen
  • Externe Psychologen, Sprach- und Ergotherapeuten
  • Claudia Ocker

    Diplom-Sozialpädagogin, staatlich anerkannte Heilpädagogin, Sozialmanagerin

  • Marisa Eichel-Gubba

    Schreinerin, Sozialarbeiterin (BA), Mediatorin

  • Susanne Kurz

    Staatlich anerkannte Erzieherin, Diplom-Sozialpädagogin, Systemische Beraterin

  • Marie Kielwein

    Staatlich anerkannte Erzieherin, Kindheitspädagogin (B.A.), Angewandte Sozialpädagogische Bildungsforschung (M.A.)

  • Svenja Eisenreich

    Kindheitspädagogin (B.A.), Kauffrau für Büromanagement

  • Saskia Kamer

    Sozialpädagogin (BA)

  • Sarah Geidel

    Sozialpädagogin (BA), Systemisches Coaching

  • Brigitte Heil

    Sekretariat

  • Evgenia Reichert

    Kaufmännische Angestellte

  • Heike Langer

    Sekretariat

  • Olena Mosyuk

    Ärztin im Anerkennungsprozess

  • Rosa Friesch

    Kindheitspädagogin (B.A.)

  • Marie-Sofie Hendel

    Kindheitspädagogin (B.A.), Sonderpädagogin – Schulische Heilpädagogik (B.A.)

Wir sind im Qualitätszirkel für ADHS beratend tätig, im Bereich Frühe Hilfen aktiv und nehmen am BKK-ADHS-Vertrag teil. In einem ADHS-Kompetenz-Team der BKK arbeiten wir mit Kinderärzten und Kinderpsychotherapeuten zusammen.

Gut zu wissen vor dem ersten Termin

Unterlagen, Sprechstunde per Video oder Telefon, Parken und Erreichbarkeit.

Etwas anderes offen? Schreiben Sie uns.

Was bringe ich zum ersten Termin mit?

Sofern vorhanden:

  • Krankenversichertenkarte
  • Sorgerechtserklärung
  • Schulzeugnisse
  • Schulhefte (Deutsch, Mathematik)
  • Überweisung des Haus- oder Kinderarztes
  • Vorbefunde in Kopie
  • Gelbes Untersuchungsheft
Gibt es eine Video- oder Telefonsprechstunde?

Wir bieten Videosprechstunden über das KBV-zertifizierte Programm RED Medical sowie telefonische Sprechstunden an.

Wo kann ich parken?

Wenige Parkplätze am Haus vorhanden. Weitere Parkplätze finden Sie am Roßmarkt gegenüber oder hinter dem Mega Fan Center. Die Praxis liegt in der Dettinger Straße 2 im Alten Haus, 73230 Kirchheim unter Teck.

Wie erreiche ich die Praxis außerhalb der Telefonzeiten?

Am einfachsten über das Kontaktformular, das geht zu jeder Zeit. Oder per E-Mail an kontakt@praxis-dr-schweitzer.de.

Im Alten Haus von 1538

Die Praxis sitzt in der ehemaligen „Großen Herberge vor dem Oberen Tor“ an der Dettinger Straße. Kein Ärztehaus, kein Klinikflur. Im ersten Obergeschoss wurde ein Fresko des Erbauers Herzog Ulrich von Württemberg freigelegt, heute in der Eingangshalle zu sehen.

Zur Website des Alten Hauses
Das Alte Haus mit seinem Fachwerkgiebel und dem gläsernen Anbau

Sie müssen das nicht allein einordnen

Ein paar Zeilen im Formular genügen für den Anfang. Sie müssen nichts vorbereiten und keine Diagnose mitbringen.

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Dettinger Str. 2 – im ALTEN HAUS
73230 Kirchheim unter Teck