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KrankheitsbildMit Schule & Familie

Schulmüdigkeit & Schulverweigerung

Schulverweigerung beginnt selten plötzlich. Sie entsteht meist aus einer längeren Schulunlust, einer inneren Distanz zur Schule, die sich zur Schulmüdigkeit und schließlich zur aktiven Verweigerung verfestigt. „Schulphobien sind oft der Anfang einer langen Karriere anderer Phobien."

Wie es anfängt

In der Mehrzahl der Fälle rutschen Kinder hinein: von Schulunlust über passive Formen des inneren Ausklinkens zur Schulmüdigkeit, dann Stören und punktuelles Schwänzen, schließlich verfestigte Ablehnung. Der Beginn sind oft häufige Entschuldigungen wegen Bauch- oder Kopfweh.

Kränkende Disziplinierungen oder Mobbing durch Klassenkameraden sind ebenso häufig beteiligt. Genau deshalb lohnt es sich, früh hinzusehen: Am Anfang der Kette stehen meist noch lösbare Konflikte.

Drei Stadien

  • Auffällige: Motivationsverlust, einzelne Fehlstunden
  • Gefährdete: innerlich schon aufgegeben, teilweise nicht mehr in der Schule
  • Abgekoppelte: außerschulische Maßstäbe gelten, das Selbstbild bewegt sich auf Nicht-Schüler-Sein zu

Formen

  • Aktionistische Schulverweigerung: offen, oft mit Stören oder Schwänzen
  • Vermeidende Schulverweigerung: still, mit Rückzug, körperlichen Beschwerden
  • Schulunlust / „innere Emigration": körperlich anwesend, aber abgeschaltet

Was hinter dem Stören steckt

Unterrichtsstörungen sind selten grundlos. Meist tragen sie eine Botschaft, die das Kind selbst nicht formulieren kann:

  • Der Unterricht ist langweilig
  • Ich möchte beachtet, anerkannt, gemocht werden
  • Mal sehen, wie weit ich gehen kann
  • Ich fühle mich unter- oder überfordert
  • Ich will dazugehören und meinen Mitschülern etwas bieten
  • Ich räche mich für ungerechte Behandlung
  • Ich kann nicht aufpassen, bis ich mit der Welt draußen klarkomme

Ausprägungen im Grundschulbereich

  • Häufiges Fehlen wegen unspezifischer Beschwerden (Bauch-, Kopfschmerzen)
  • Verspätungen, morgendliches Trödeln
  • Passivität im Unterricht, soziale Isolation
  • Schulische Misserfolge

Ausprägungen in der weiterführenden Schule

  • Schwänzen, gefälschte Entschuldigungen
  • Rückzug, depressive Verstimmung
  • Demoralisierung, Resignation
  • Verstärkung durch Peer-Gruppen außerhalb der Schule

Hintergründe und Bedingungen

  • Demoralisierende Schullaufbahn mit wiederholten Misserfolgen
  • Diskrepanz zwischen Lebenssituation und schulischen Anforderungen
  • Familiäre Verhältnisse und Tagesstruktur
  • Ablösungskrisen, Konflikte mit Eltern
  • Verkettung von anfangs lösbaren Konflikten

Was Eltern und Schulen tun können

Wichtig ist, frühe Signale zu erkennen und ernst zu nehmen, bevor sich die Vermeidung verfestigt. Wenn der Gesprächsfaden zwischen Kind, Eltern und Schule reißt: Hilfe holen. Eine zentrale Rolle in der Therapie kommt der Kinder- und Jugendpsychiaterin zu — gemeinsam mit Schule und Familie.

Kontakt aufnehmen

Bei Sorgen melden Sie sich gerne telefonisch unter 07021 46464 oder per E-Mail. Hinweise zur Anmeldung finden Sie unter Patienteninformationen.